Geschichte der
Internationalen HUMANA People to People Bewegung

Die Bewegung hat ihre Wurzeln in Skandinavien, in den Erfahrungen der ‚Reisenden (Volks-) Hochschulen’ unter anderem in Tvind, Dänemark. Hunderte von Menschen hatten während der 70’er Jahre an ausgedehnten Studienreisen in alle Welt teilgenommen und den dringenden Wunsch entwickelt, etwas zu unternehmen, was tatsächlich helfen würde.
So wurde 1977 UFF (Entwicklungshilfe von Volk zu Volk) gegründet. Von Anfang ging es darum, direkte Verbindungen zu schaffen zwischen den Menschen hier und den Menschen dort, und hier wie dort Wege zu erschließen für das aktive Engagement möglichst vieler Menschen.
Jede/r sollte mitmachen können.

Der Satzungszweck dieser ersten Organisation

1977-1980.
Die Organisation arbeitete zunächst auf rein ehrenamtlicher Basis. UFF wurde zu einer Pfadfinderbewegung mit vielen Kindern in ganz Dänemark. In den Straßen waren die Kinder an ihren roten T-shirt und gelben Halstüchern zu erkennen. Sie haben Proteinkekse gebacken, Brauchbares für Flohmärkte gesammelt und Postkarten verkauft.
Eine der ersten Aktionsformen war der Versand von Sachspenden an Flüchtlingslager zimbabweanischer Flüchtlinge in Mozambique, die vor dem Apartheid-Regime in Zimbabwe (damals Rhodesien) geflohen waren. Verschickt wurden gebrauchte Kleidung, gebrauchte Lkws und Ambulanzen, Schulbücher und Werkzeug, Wasserpumpen, Saatgut, Decken, Proteinkekse und Vitaminpillen. Die Spenden kamen aus der dänischen Bevölkerung, von Institutionen und Firmen. Mit finanzieller Förderung der Europäischen Gemeinschaft und der Vereinten Nationen wurden Flüchtlinge auch nach Dänemark eingeladen um sie in verschiedenen Kursen fachlich auszubilden.
1980 erlangte Zimbabwe seine Unabhängigkeit. Die Flüchtlinge verließen Mozambique. Eine neue Regierung kam an die Macht. Wiederaufbau, Wiederansiedelung und Versöhnung standen an. Die Organisation wurde eingeladen, eine Schule für 1500 obdachlose Flüchtlingswaisen zu bauen, die von Mozambique zurückkehrten. Die ersten Auslandsfreiwilligen wurden entsendet – damals hießen sie Solidaritätsarbeiter. Im englischsprachigen Zimbabwe entstand die Organisation DAPP (Development Aid from People to People).

1980-1985.
In Europa wurde die Arbeit auch im übrigen Skandinavien aufgenommen, in Afrika auch in Mozambique, Zambia, Angola und Guinea-Bissau.
Die vorherrschenden Aktivitäten waren:
- weiterer Versand von Sachspenden an Flüchtlinge – jetzt an namibianische Flüchtlinge in Angola.
- Bauprojekte in ländlichen Gebieten, wo Auslandsfreiwillige Hand in Hand mit der Bevölkerung arbeiteten
- Berufliches Training von ehemaligen Kämpfern und Flüchtlingen in Dänemark
- Bildungsaktivitäten in Afrika – Lehrlinge an den Bauprojekten, Errichtung von Schulen, Unterricht in bestehenden Schulen, Teilnahme an Alphabetisierungskampagnen, etc.
In Dänemark wurden die ersten Second Hand Läden eingerichtet, um Einnahmen zu erzielen. 1981 begann eine neue Tradition: der jährliche „größte Flohmarkt der Welt“. Anfangs wurden dort etwa 30.000 USD eingenommen, 8 Jahre später erreichte diese Aktionsform ihren Höhepunkt mit etwa 1 Million USD. Eine weitere Einnahmequelle der frühen Jahre – und gleichzeitig eine Form der Informationsarbeit – war der Verkauf von selbst herausgegebenen großen Jahreskalendern mit Texten über wichtige Themen der Entwicklungsarbeit.

1985-1990.
- Der Bewegung wurde klar, dass Entwicklung in den armen Teilen der Welt eine Lebensaufgabe ist. Es geht nicht nur darum, eine Schule oder Gesundheitsstation zu bauen und dann fort zu gehen. Langfristige Perspektiven rückten in den Mittelpunkt. Die Projektleiter entschlossen sich, zu bleiben, sich mit den Menschen zusammen zu tun um eine bessere Zukunft aufzubauen, die vielfältigen Probleme auf dem Weg dorthin zu lösen und die Menschen zu befähigen, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen.
- Interviews mit einer Reihe von Regierungschefs der Frontlinien-Staaten im Jahre 1983 führten zur Gründung des Frontline Institute – ein Trainingszentrum in Dänemark, wo sich Menschen aus Europa und Afrika auf die gemeinsame Aufgabe vorbereiten konnten, so genannte Frontline Village Centers als Beispiele für Entwicklung in Afrika aufzubauen.
- Auf Anregung der mozambikanischen Regierung ging ADPP Mozambique dazu über, Kleidung nicht mehr gratis zu verteilen, sondern zu erschwinglichen Preisen zu verkaufen. Die Überschüsse werden für soziale Projekte eingesetzt. Auf diese Weise wird die Würde der Menschen gewahrt. In Ausnahmesituationen wird die Kleidung als Nothilfe verteilt. Die Organisationen in den anderen afrikanischen Lündern folgten diesem Beispiel.
- Angola: Start einer Konfektionsfabrik und eines Catering- (Großküchen-)betriebs.
- Im Norden erweiterte sich die Arbeit auf viele weitere europäische Länder. Sammlung, Sortierung und Verkauf von gebrauchter Kleidung wurden professioneller angegangen, mit Kleidercontainern und den ersten Sortieranlagen und Ballenpressen. Dauerhafte, voll entlohnte Arbeitsplätze entstanden.

1990-1995.
Die Welt hat sich verändert. Vom Kalten Krieg zu einer Vielfalt an Farben und Aspekten. Nicht mehr entweder/oder sondern sowohl/als auch.
- Aus dem Entschluss, im Südlichen Afrika zu bleiben, bis Apartheid abgeschafft sei, wurde der Entschluss, im Südlichen Afrika zu bleiben um mit den Menschen gemeinsam eine bessere Zukunft aufzubauen.
- Der UNICEF-Bericht 1990 sagte für die 90’er Jahre den Tod von 100 Millionen Kindern voraus, wenn nicht entschieden gehandelt würde. Infolgedessen hat die Bewegung 50 Kinderhilfe-Projekte eingerichtet.
- Start der Umweltprojekte: Baumschul- und Aufforstungsprojekte, Projekte gegen die Ausbreitung der Wüste. In Namibia, Südangola, Zambia.
- Gründung des Frontline Institute in Zimbabwe: ein Trainingscenter, an dem Teilnehmer aus verschiedenen afrikanischen Ländern zu Projektleitern ausgebildet werden.
- Neben den bereits bestehenden Schulen für Kinder und Jugendliche wurden die ersten Berufsschulen von ADPP Angola und ADPP Mozambique eingerichtet.
- Ein weiterer Projekttyp, heute SACEC genannt (Southern Africa Charity Enterprise Companies) nahm seinen Anfang in Bauprojekten und dem Anbau von Eukalyptus und Cashew: Ziel ist es, die Produktion im Land zu fördern sowie Überschüsse zu erwirtschaften für die sozialen Projekte.

1995-2000.
- In Zimbabwe entstand CtoC (From Communal to Commercial Farmer / Vom Landarbeiter zum Landwirt, ein 5jähriges Ausbildungsprogramm) und Farmers Club, ein Projekt das heute tausende von Kleinbäuerinnen organisiert und berät.
- In Angola und Mozambique wurde mit der Einrichtung von Lehrerausbildungsstätten begonnen: in jeder Provinz soll eine entstehen.
- Internet und e-mail haben vorher ungeahnte Möglichkeiten für die Kommunikation untereinander und für die Informationsarbeit nach außen eröffnet.
- Wieder wurde durch den Bedarf an mehr Aktivitäten auch ein Bedarf an mehr Mitteln hervorgerufen, was zu stärkerer Professionalisierung führte.
- Die Föderation wurde gegründet: „The Federation for Associations Connected to the International HUMANA People to People Movement”. 1998 fand die feierliche Einweihung des Headquarters statt – auf dem Land in Zimbabwe, in geografischer Nähe zur größten Zahl der Projekte. Hier finden Besprechungen und Konferenzen statt; die festen Mitarbeiter am Headquarters beraten die Mitgliedsorganisationen zum Beispiel hinsichtlich internationaler Standards bei Buchführung und Projektberichten.
- 1998 erschien auch die Charta. Sie wurde in 11 Sprachen übersetzt.
- Die Arbeit erreicht weitere Kontinente: USA/Canada, Indien, China.
- Ende der 90’er Jahre wurden die Anstrengungen im Kampf gegen AIDS verstärkt, die HOPE-Projekte entstanden, aus denen im Jahr 2000 TCE hervor ging (TCE = Total Control of the Epidemic).

In diesen Ländern arbeitet HUMANA People to People heute (Weltkarte) (pdf, 160 kB)

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